Angst vor Neuem
Im bisherigen Umgang mit Amoroso fiel besonders auf das er bei allem Neuen erst mal mit Angst bis Panik reagiert. Besonders bei Gegenständen die man in der Hand hielt. Durch die Renovierung des Stalls wurden die Pferde natürlich immer wieder mit neuen Dingen konfrontiert, wie Maurerkübel, Planen, Pinsel, Maurerkellen und einer Zinkbadewanne auf Rädern. Die Reaktion von Amoroso war immer die gleiche: Angst! Erst nach 4-6 Kontakten mit einem Gegenstand wurde er gelassener. Was um so mehr verwundert, da es doch sehr unwahrscheinlich ist das er schlechte Erfahrungen mit Maurerkellen gemacht haben kann. Zum Schluss konnte ich mit der rumpelnden Zinkwanne direkt an ihm vorbei rumpeln ohne das er noch großartig geschaut hat.

Freiwilligkeit
In den Monaten in denen er „nur“ Einsteller war habe ich bereits immer wieder daran gearbeitet das er sich auch frei überall anfassen lässt. Das war am Anfang für ihn gar nicht so einfach. War er angehängt oder auch nur aufgehalftert war es für ihn kein Problem, da hat er sich drein gefunden. Frei hat er sich dem Menschen aber entzogen. Das waren bereits die ersten vertauensbildenen Maßnahmen. Und er hat schnell gelernt das er von uns nichts zu befürchten hat. Es war für uns also eine spannende Frage, wie würde er auf den zweiten Kontakt mit der Plane reagieren?

2. Planenüberschreitung
Bei dem heutigen zweiten Versuch – Fine war wieder dabei – hat er kurz geschaut und ist dann völlig gelassen drüber gestapft als wäre es sein täglich Brot. Das Lob war natürlich überwäligend 😉 und der junge Mann hat geschaut als hätte er einen Grand Prix gewonnen :-).

Planenüberschreitung

Planenüberschreitung

Führen in Stellung – FiS
Danach habe ich mit Fine ein paar Runden Führen in Stellung gemacht. Ziel ist es das dass Pferd spurig in Stellung geht. Eine sehr elementare Vorübung, denn ohne Stellung keine Biegung! Bevor ein Pferd diese Basics nicht locker beherrscht wird bei uns gar nicht erst mit dem Longieren angefangen. Dann haben wir den Kappzaum an Amoroso angepasst und er hat sehr brav diese lästige Prozedur über sich ergehen lassen.

Ich bin mit ihm dann je eine Runde auf jeder Hand gegangen. Er torkelte ziemlich, nahm aber meine Unterstützung am Hals dankbar an. Die Übung hat ihn etwas verunsichert aber er versuchte schnell rauszubekommen was ich da eigentlich von ihm will. Auf der rechten Hand hatte er deutlich mehr Schwierigkeiten nicht nach innen über die Schulter zu fallen. Bei jedem Ansatz in die richtige Richtung, wenn er also den Hals entspannt aus der Schulter fallen ließ, hab ich ihn wie wild gelobt damit er möglichst direkt ein positives Feedback bekommt. Leichter viel ihm die Übung übrigens auf der Quadratvolte. Da hat er sich fast schon überstellt und die Hinterhand ist ausgescherrt. Nun ja, die Übung ist für Pferde alles andere als leicht und es bedarf doch einiger Übung. Kommt schon noch 😉 …

Wir fanden es jedenfalls sehr positiv wie aufgeschlossen, neugierig und willig er mitgearbeitet hat. Sicher, noch ist es nur „Spielkram“ aber gerade die Übung FiS ist nicht zu unterschätzen und es ist eine wichtige Grundsteinlegung. Ohne Basis kann man schließlich nichts aufbauen, gelle. Zudem hatte ich befürchtet das er dicht machen würde sobald es durch den Kappzaum nach Arbeit riechen würde.