Amoroso hat eine Auszeit von knapp 4 Wochen bekommen, einfach weil ich zu viel Arbeit bzw. zu wenig Zeit hatte und zu angespannt war um ruhig mit ihm arbeiten zu können. Die Erfahrung hat gezeigt das solch kleine Auszeiten wenig Schaden anrichten sondern im Gegenteil sogar oft sehr positiv sind weil die Pferde plötzlich Sachen anbieten und fehlerfrei können die vorher gehakt haben. Und wir haben hier bisher nur einen etwas improvisierten Außenplatz und nach dem anhaltenden Schnee folgte anhaltender sintflutartiger Regen. Nicht die besten Bedingungen für kontinuierliches Arbeiten ;-). Die kleinen Versuche zwischen zwei Regengüssen erschienen mir nicht wirklich beschreibungswürdig und außerdem habe ich natürlich auch noch mit Fine gearbeitet.

Heute war jedenfalls mal wieder etwas Entertainment für den jungen Mann angesagt. Er quitierte unsere Bemühungen mit übersprudelnder Freude und war albern wie ein junger Hund :-). Nach etwas Bodenarbeit zur Auffrischung und Entspannung – Schulterherein und Traversale hat er abgespult als würde er täglich nichts anderes machen – habe ich Friedl wieder auf seinen Rücken gelupft. Trotz seiner Ausgelassenheit und seinem offensichtlichen Bedürfniss nach etwas mehr Aktion wollte Friedl ihn unbedingt reiten oder besser sich etwas durch die Gegend tragen lassen.

Ich habe Amoroso wieder etwas mit trockenen Brotstückchen belohnt und er war nahezu völlig cool. Dann habe ich ihn so je 2 Runden auf jeder Hand geführt bis begleitet und ihn immer wieder ausgiebig gelobt. Es hatte zwar etwas den Anschein als müsste ich anfangs alle 4-5 Schritte ein Brotstückchen nachwerfen damit es weiter geht aber wir konnten ihn überzeugen auch ohne Nachschub weiterzugehen ;-). Er tendiert zwischendrin immer mal wieder zu Verspannungen, sprich er verkürzt die Tritte und läuft spannig, lässt sich aber durch ein stärkeres Vorwärts auch wieder schnell beruhigen.

Dann habe ich meine Begleitung eingestellt und Friedl ist die ersten Runden frei ohne Sattel und ohne Gebiss geritten. Er wurde nur etwas eilig als es wieder zurück zu mir bzw. zu den Brotstückchen ging ;-). Und er tendiert bei der leisesten Berührung mit dem Schenkel zu Seitengängen, da muss man sehr achtsam bei ihm sein. Insgesamt war er wirklich sehr brav und kooperativ. Vom ganzen Ausdruck her hat er hauptsächlich Freude gezeigt, Angst war gar nicht dabei, lediglich so etwas wie ein Schatten eines Zweifels ob auch wirklich alles gut ist. Wir sind nachher noch etwas mit ihm spazieren gegangen weil er nicht so recht wieder zurück in den Stall wollte. Offensichtlich waren ihm die 30 Minuten nicht genug :-).

Ich hoffe das Wetter wird wieder etwas trockener damit wir wieder mehr machen können. Der Reitplatz hält sich zwar ausgesprochen gut, sprich es bilden sich auch bei anhaltendem Starkregen keine Pfützen aber der Untergrund wird mir halt für Trabarbeit etwas zu schwammig und rutschig. Ich möchte eigentlich als nächstes weiter an der Longe mit ihm arbeiten. 20 Pylone zur besseren und gefahrlosen Begrenzung für seine ausscherende Hinterhand sind bestellt und müssten eigentlich in den nächsten Tagen hier eintrudeln.