Rationsberechnung
Die Rationsberechnung erfolgt in 4 Schritten:

  1. Gewichtsermittlung des Pferdes mittels Maßband (diese Methode ist auf 5% genau).
    • zur regelmäßigen Gewichskontrolle
    • zur Minimierung von Erkrankungsrisiken, wie Hufrehe oder EMS
    • zur sicheren Dosierung von Wurmkuren und Arzneien
    • damit beim Pferdetransport nicht überladen wird
  2. Ermittlung des Ernährungszustandes (Body Condition Scores – BCS).
  3. Ermittlung des Futterbedarfs aufgrund der Trainingsbelastung des Pferdes.
  4. Ermittlung des tatsächlichen Futterbedarfs mittels „Rationsmanager“.

In die Rationsberechnung sollten immer auch Alter und Klima mit einfließen. Selbstverständlich benötigt ein Pferd deutlich mehr Raufutter bei knackigen -20°C als bei gemütlichen +20°C.

Man kann natürlich bei einer Gruppenhaltung nicht wirklich wissen wie viel jedes einzelne Pferd an Heu oder Stroh frisst, aber man kann gesundheitsschädliche Über- oder Unterversorgungen weitgehend ausschließen. Hier hilft es regelmäßig den Futter- und Trainingszustand zu protokollieren. Man wird einfach „Betriebsblind“, wenn man sein Pferd jeden Tag sieht. Es ist deshalb sehr hilfreich zumindest 1-2 mal pro Jahr das Pferdegewicht und BCS zu ermitteln und das Pferd von allen Seiten zu fotografieren.

Übrigens: je mehr Bewegung ein Pferd hat, desto leichter bekommt ma eine ausgewogene Ration hin!

Beispielration Freizeitpferd*
Gewicht: 500 kg Warmblut
Training: 4x pro Woche 1 Std.
(30 Minuten Schritt, 20 Minuten Trab, 10 Minuten Galopp)

Futter
Heu
Stroh
Kraftfutter
Mineralfutter
Möhren, Äpfel
Menge (kg/Tag)
7,0
2,0
1,0
0,1
1,0
Beispielration Distanzpferd*
Gewicht: 400 kg Araber
Training: 7x pro Woche 25 Kilometer

Futter
Heu
Hafer
Kraftfutter
Pflanzenöl
Mineralfutter
Viehsalz
Möhren, Äpfel
Menge (kg/Tag)
7,0
1,0 – 3,0
3,0
0,15
0,1
0,05
1,0
* Quelle: Dr. K. Irgang, K. Lübker, Pferdefütterung nach Maß, Brunsbek 2008

Diese beiden Rationsberechnungen zeigen recht deutlich den Unterschied zwischen leichter und schwerer Arbeit. Viele Pferde werden fälschlicherweise überfüttert. Aus Fehleinschätzung des tatsächlich geleisteten Trainings und aus dem Irrglauben heraus dass das Kraftfutter die Hauptmahlzeit des Pferdes sei.

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