Hier ein Auzug aus einem sehr interessantem Artikel der Zeitschrift „Pegasus – freizeit im sattel“ von 2008:

„Erst seit kurzem weisen Experten darauf hin, dass ein Araber nicht das gleiche Gras fressen sollte wie ein Kaltblüter. Dabei ist dies ein uraltes Wissen, das schlicht in Vergessenheit geriet. So empfahl schon im Jahr 1920 der Oberlandstallmeister Burchard von Oettingen, Arabern keinen Klee zu füttern, für Warmblüter hingegen sei Klee unproblematisch.

Wer es verträgt
Also: gut für die Milchkuh, gut eventuell auch für Vollblutjährlinge,doch ausserordentlich schlecht für das drei Mal pro Woche gerittene Robustpferd. Ein Haflinger auf einer saftig-grünen Weidelgras-Weisskleeweide ist ungefähr vergleichbar mit einem im Süssigkeitengeschäft dauerhaft eingesperrten Kind, das sonst nichts zu essen bekommt. Und dass zu viel Zucker bei zu wenig Rohfaser auf Dauer krank macht, gilt für Pferde genauso wie Menschen. Nur mit dem Unterschied, dass Pferde davon nicht Diabetes bekommen oder einen Herzinfarkt erleiden, sondern an der Stoffwechselentgleisung Equines Metabolisches Syndrom, EMS,und an Hufrehe, von den ständig latent vorhandenen Verdauungsproblemen, die sich zum Beispiel durch Anzeichen wie Kotwasser äussern, und dem dürftigen Zustand von Haut, Fell und Hufen ganz zu schweigen.

Weidelgras an sich ist genauso wenig schlecht wie es Eier und Fett für die menschliche Ernährung sind. Stets gilt: Die Menge und der jeweilige Bedarf machen ebenden Unterschied. Ein körperlich hart arbeitender Waldarbeiter kann durchaus sechs Rühreier mit Speck und Butter zum Frühstück verdrücken, während die gleiche Kost einen Büromenschen auf Dauer krank machen würde. Ähnliche Eigenschaften wie das Weidelgras haben auch die Grassorten namens „Wiesenschwingel“ und „Rohrschwingel“.“

Quelle: Pegasus – freizeit im sattel, Mai 2008
Hier der ganze Artike als PDF

Renate U. Vanselow in „Pferdeweide – Weidelandschaft“, übrigens ein sehr empfehlenswertes Buch, schreibt wichtiges zum Thema Klee auf Pferdeweiden. Sie weißt unter anderem darauf hin, dass zu viel Klee bei Pferde sogar toxisch wirkt. Leider hört man immer wieder von Besitzern Kommentare wie „Auf der Weide ist ja kaum was drauf das kann gar nicht schaden“, wenn Pferde auf intensiv genutzen Koppeln stehen die nur noch sehr kurzes Gras und überwiegend Klee aufweisen. Genau das aber ist schädlich. Der obige Vergleich mit dem Kind im Süßigkeitenladen finde ich dazu sehr treffend!

Buchempfehlung:
Pferdeweide - Weidelandschaft
Renate U. Vanselow
Pferdeweide – Weidelandschaft

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Grünland ist in unserer heutigen Kulturlandschaft so gewöhnlich, dass es oft nur als grüne Fläche wahrgenommen wird. Allein diese Tatsache spiegelt die moderne Monotonie dieser ehemals vielfältigen Lebensgemeinschaften wider. Seltene Pflanzen- und Tierarten sind weitgehend verschwunden. Als Grundlage der Pferdehaltung verdient Grünland jedoch eine intensive Beachtung, da es Nahrungsgrundlage und Lebensraum ist.
Gleichzeitig ersetzen Pferde zunehmend die Rinder auf dem für diese ausgelegten Grünland. Es stellt sich die Frage der Austauschbarkeit von Rind und Pferd. Weidetiere werden neuerdings im Naturschutz zur Landschaftspflege eingesetzt. Wie wirken die Tiere auf ihr Umfeld ein, wie wirken die verschiedenen Faktoren auf das Weidetier Pferd zurück? Welche Auswirkungen hat modernes Grünland möglicherweise auf die Gesundheit der Pferde? Gesundheitliche und ökologische Zusammenhänge werden vorgestellt und diskutiert, die für das Verständnis notwendigen Grundlagen fundiert dargestellt.
Neben kulturhistorischen und ökosystemaren Zusammenhängen in der Grünlandentwicklung der letzten hundert Jahre wird der Bogen bis zur Zeit vor der Domestikation des Pferdes gespannt. Dabei gibt die Vorstellung verschiedener, aktuell diskutierter, wissenschaftlicher Hypothesen und ihrer Auswirkungen auf unsere Umwelt ebenso wie auf Zucht und Haltung spannende Einblicke. Ein umfassendes Mosaik aus unterschiedlichsten Blickwinkeln läßt ein logisches Bild der wechselseitigen Anpassung Weideland – Weidetier entstehen. Eine farbige Gräserfibel rundet das Buch ab.