Wir haben als Einsteller im Laufe der Jahre viele schlechte Erfahrungen gemacht. Die meisten Defizite im Stallmanagement gab’s bei der Fütterung. Die gravierendsten Fehlern waren:

  • verpiltztes bis schimmeliges Heu
  • Verfütterung von Krummet
  • Verfütterung von Kuhsilage!
  • keine Zufütterung von Futterstroh
  • Verfütterung von verpilztem Hafer
  • zu große Futterpausen beim Rauhfutter (bis zu 12 Stunden! Ende November ohne Unterstand)
  • Verfütterung der 5-fachen Kraftfuttermenge je nach dem wer Stalldienst hatte
  • Heugabe in homöpathischen Mengen, sprich ca. 4 kg pro Tag bei Offenstallhaltung bei -15 bis -20°C
  • Weiden mit einer Kleeverseuchung von bis zu 70%

Fehler die aus Unwissenheit und Profitsucht heraus gemacht werden – zu Lasten der Pferdegesundheit!
Die Folgen sind Stoffwechselstörungen, Magen-Darm-Störungen bis hin zu Koliken. Hautprobleme in Form von Mauke, Warzen und Ekzemen. Ein Hauptproblem ist hierbei wohl der Informationstransfer bei mehreren Stallhelfern, sprich die eine Hand weiß nicht was die andere tut also wird halt irgendwas gemacht.

Die Ration eines Pferdes sollte immer individuell auf seinen jeweiligen Bedarf zugeschnitten sein. Dieser Bedarf ändert sich nicht nur im Laufe seines Lebens, sondern auch im Laufe des Jahres und je nach Trainingsbelastung. Es wäre wünschenswert, wenn hier mehr gesunder Menschenverstand in die Pferdefütterung Einzug halten würde. Ein körperlich schwer arbeitender ausgewachsener Mann hat selbstverständlich einen höheren Energiebedarf als ein hauptsächlich sitzend arbeitender Kopfarbeiter. Wenn während des Urlaubs oder einer Krankheit die gleiche Menge gegessen wird, wie während der Arbeit sind jedem die Folgen klar. In den meisten Pferdeställen werden diese schlichten Tatsachen nach wie vor standhaft ignoriert und Pferde Sommer wie Winter, während der Turnierzeit und bei krankheitsbedingter Boxenhaft durchweg gleich gefüttert. Ist ja auch einfacher für das Personal.