Hier nun endlich mal ein paar Fotos von unseren Gymnastikeinheiten :-).

Volte vergrößern
Hier geht es mir vor allem darum seine Hinterhand schön unter seinen Schwerpunkt zu bekommen. Durch das Vergrößern der Volte kommt der innere Hinterfuß nahezu automatisch mittig zwischen die Vorhand. Die Muskulatur wird gestretcht und er wird stabiler. Besonders die linke Hinterhand möchte ich mehr aktivieren da er mit rechten ohnehin zu weit unter den Schwerpunkt kommt s.a. Der Held der Geschichte – eine Anamnese.

Zwischendurch kaspert er natürlich auch schon mal etwas. Da es aber nur ein bis zweimal während einer ca. 30 minütigen Einheit vorkommt lasse ich ihn und verstehe es als den Wunsch nach einer kleinen Pause.

Inzwischen lässt er sich über die Konterstellung auch sehr schön zur rechten Seite stellen, dass ging anfangs so überhaupt nicht.

Schulterherein
Zur gymnastizierenden Wirkung dieser Übung (Lösung des Pferdes, Lockerung der Schulter und Verbesserung der Tragkraft) muss ich wohl nicht wirklich etwas schreiben. Amoroso hat inzwischen verstanden was ich von ihm will, aber es fehlt uns noch ein gleichmäßiger Takt, auch hebelt er sich immer mal wieder aus oder wir verlieren die richtige Abstellung. Die Übung als solche ist ihm vertraut, da er sie bereits unterm Sattel im Schritt und Trab erlernt hat. Meines Erachtens verliert diese Übung aber eindeutig an Wirksamkeit wenn das Pferd sie nicht losgelassen und im Takt ausführen kann. Wenige saubere Tritte erzielen hier einen deutlich größeren Effekt.

Rückwärts treten
Heute habe ich ihn erstmals rückwärts an der Hand treten lassen. Er hat sehr schnell verstanden was ich will und trotz mangelnder seitlicher Begrenzungdie Übung sehr gut ausgeführt.

Trab an der Hand
Ein nicht ganz einfaches Thema für Amoroso. Er ist ja eher ein gemütlicher Vertreter, was ich immer überdeutlich im Wechsel zu Fine merke. Habe ich bei ihm den Eindruck das wir während des Gehens Blümchen pflücken können so laufe ich bei ihr im Stechschritt mit. Entsprechend schwer ist es ihn überhaupt zum Traben zu motivieren. Ich „schleife“ ihn dann zwangsläufig etwas hinter mir her bzw. komme zu weit nach vorne und wirke dann eher bremsend. Auf der linken Hand haben wir es geschafft, wenn er hier auch unentspannte verkürzte Tritte zeigt, den Rücken weg drückt und sich sichtlich nicht wohl fühlt. Auf der rechten Hand ist er in die Außenstellung gekomen und ist haltlos neben den Hufschlag gedriftet. Es war ja anfangs für ihn eh irritierend das ich so nah neben ihm gehe. Im Trab ist es für ihn offensichtlich deutlich unangenehmer. Wie sehr er aufpassen muss mir nicht auf die Füße zu treten ist mir erst bei den Aufnahmen aufgefallen, auch wie oft wir im Gleichschritt laufen. Er hat mich jedenfalls kein einziges Mal auch nur mit den Hufen berührt oder auch nur ansatzweise versucht irgendwie zu bedrohen.

Um ihm die Sache erst einmal etwas zu vereinfachen und auch weil ich vermutet habe das ihn der Zügel stört (war bei Fine anfangs extrem!) habe ich kurzerhand die Zügel abgemacht und frei mit ihm gearbeitet. Man sieht sehr schön wie er sich auf mich konzentriert und noch nicht mal ansatzweise versucht zu fressen oder auch nur irgendetwas anderes zu machen. Er versucht wirklich immer rauszubekommen was ich von ihm möchte und ist sehr bemüht meinen Wünschen zu entsprechen. Je länger ich mit ihm arbeite um so weniger verstehe ich die Aussagen seiner Bereiterin bezüglich seiner mangelnden Bereitschaft zur Mitarbeit, seinem schlechtem Charakter und seinem mangelnden Interesse an Menschen. Auch wenn es hier auf den Bildern stellenweise so ausschaut, ich arbeite in der Regel nicht mit Futterlob. Er nagt hier an der Gerte oder legt seine Lippen auf meiner Hand ab. Eine Geste die sehr charakteristisch für ihn ist. Es kommt mir immer ein bisserl wie Händchenhalten vor ;-).